Eine aufregende Woche Journalistenschule: Theaterbesuch im Pool und mehr

Eine Woche Journalistenschule: Theaterbesuch

Brownies, Grinch, Playboy-Konferenz, Theaterbesuch… Ich zeige euch eine vielfältige Woche in unserem viermonatigen Schulblock in Offenburg. Mit dabei: unser cooler Kulturjournalismus-Dozent, ein Dinner und viel Drama.

 

Montag – Fernsehkritik & Playboy-Redaktionskonferenz

Unser Thema:

Erster Tag der Themenwoche „Kulturjournalismus“, heute Schwerpunkt Fernsehkritik

Unsere Aufgabe:

Am Nachmittag schauen wir uns eine 45-minütige Mockumentary – eine fiktive Dokumentation – an, zu der wir danach eine Fernsehkritik schreiben.

Unser Dozent:

Gerhard Jörder, ein cooler Alt-68er, der mit seinen krausen, grauen Locken und dem drapierten Schal um seinen Hals genauso aussieht, wie man sich einen Theaterkritiker vorstellt.

Unsere Abendveranstaltung:

Nach dem Unterricht kommt Florian Boitin, Chefredakteur des Playboy. Er simuliert mit uns eine Redaktionskonferenz. Im Vorfeld hat jeder von uns mindestens fünf Themen vorbereitet, die wir ihm nun vorstellen. Im Idealfall dürfen wir sie für eine zukünftige Playboy-Ausgabe umsetzen. Ob Vorschläge für Covergirls oder Interviewpartner, Rezeptideen für Männer oder Reisereportagen – wir bombardieren unseren Gast mit Ideen. Drei Stunden später, gegen 21 Uhr, bittet er uns, ihm den Rest per Mail zu schicken. „Sonst sitzen wir noch bis Mitternacht hier.“

Mein Highlight: 

Herr Jörder, also Gerhard, bietet zu Unterrichtsbeginn gleich das „Du“ an – nur um uns für den Rest des Tages weiter zu siezen. „Sie wissen dann ja, dass ich „Du“ meine.“

 

Dienstag – Wir lieben Theater

Unser Thema:
Zweiter Tag der Themenwoche „Kulturjournalismus“, heute steht der Kurs „Porträt“ im Stundenplan. Letztendlich führen wir aber den Stoff von gestern weiter und gehen fließend in den von morgen über.

Eine Woche Journalistenschule: Zuschauerraum im Theater im Marienbad
Das Theater im Marienbad war früher ein Schwimmbad – das zeigt sich im aktuellen Bühnenbild (Bild: Amelie Weber)

Unsere Aufgabe:

Vormittags liest jeder seine Fernsehkritik vor, die im Anschluss kurz besprochen wird. Das ist zumindest der Plan, denn in den meisten Fällen wird aus der Feedbackrunde schnell eine angeregte Diskussion über die gestern angesehene Mockumentary.

Nachmittags bereiten wir dann unseren morgigen Theaterbesuch – “Girls like that” – vor. Naja, eigentlich sprechen wir vor allem über unsere eigenen Erlebnisse mit dem Theater und dessen Rolle in Kultur und Gesellschaft.

Unser Dozent:

Freut sich riesig über unser reges Interesse am Theater – und noch mehr über die Tatsache, dass die meisten von uns in der Vergangenheit selbst in der Schule, der Uni oder der Freizeit als Schauspieler auf der Bühne gestanden haben.

Mein Highlight:

Gerhard beginnt fast jeden Satz mit „Also damals 1968…“

 

Mittwoch – Theaterbesuch & Dinner mit dem BurdaHome-Geschäftsführer

Unser Thema:

Dritter Tag der Themenwoche „Kulturjournalismus“, laut Stundenplan heißt unser Kurs „Szenisches Beschreiben / Sprachtechniken“. Wir improvisieren.

Unsere Aufgabe:

Ausnahmsweise müssen wir morgens nicht um 08:30 Uhr zur Morgenlage in der Schule erscheinen. Stattdessen treffen wir uns am Bahnhof und fahren gemeinsam nach Freiburg. Unser Ziel: Das Theater im Marienbad. Wir schauen uns „Girls like that“ gemeinsam mit mehreren Schulklassen an, die uns daran erinnern, warum es eigentlich ganz cool ist, nicht mehr 15 Jahre alt zu sein. Anschließend treffen wir die Schauspielerinnen und die Dramaturgin zum Gespräch. Danach geht es wieder zurück in die Schule, wo wir innerhalb von drei Stunden eine Theaterkritik verfassen.

Eine Woche Journalistenschule: Brownie beim Dessert
Eins der vielen leckeren Desserts beim Dinner (Bild: Katrin Mertens)

Unser Dozent:

Nimmt die Dramaturgin mit seinen Fragen ziemlich in die Mangel.

Unsere Abendveranstaltung:

Im Anschluss an den Unterricht bekommen wir Besuch von Frank-Jörg Ohlhorst, dem Geschäftsführer von BurdaHome (z.B. Mein schöner Garten, Lust auf Genuss). Nach einem einstündigen  Gespräch, geht es zum gemeinsamen Dinner, wo wir weiter plaudern.

Mein Highlight:

Das Dessert – ein riesiger Brownie mit weichem Kern, serviert mit Vanilleeis und Sahne. Sooooo lecker! Außerdem die tollen Gespräche mit den anderen Volontären – sei es bei der Zugfahrt oder dem Dinner.

 

Donnerstag – Wir können nicht nur schreiben, sondern auch schauspielern

Unser Thema:

Vierter Tag der Themenwoche „Kulturjournalismus“, diesmal Theaterkritik.

Unsere Aufgabe:

Wir lesen unsere Theaterkritiken vor, geben Feedback, diskutieren.

Unser Dozent:

Demonstriert, wie Gestik, Mimik und Tonfall die Aussage eines Satzes verändern können, indem er Marlen und mich kurze Szenen spielen lässt. Der einzige Text: „Ich liebe dich.“ und „Ich liebe dich nicht mehr.“ Je nachdem, wie wir spielen, klingt eine andere Vorgeschichte mit.

Unsere Abendveranstaltung:

Eigentlich sollte uns Andrea Kind, Chefredakteurin der Freizeit Revue-Rätselredaktion, Frage und Antwort stehen, aber da sie leider kurzfristig absagen musste, freuen wir uns ein anderes Mal auf sie.

Mein Highlight:

Leas Theaterkritik! Sie ist mit 19 Jahren deutlich jünger als der Rest von uns, hat noch nie eine Theaterkritik geschrieben und präsentiert einen richtig, richtig guten Artikel mit präzise ausgearbeiteten Argumenten. Klasse! :)

 

Freitag – Das Porträt

Unser Thema:

Fünfter Tag der Themenwoche „Kulturjournalismus“: Heute steht „Porträt schreiben“ sowohl auf dem Stundenplan, als auch auf unserer Agenda.

Unsere Aufgabe:

Wir lesen die restlichen Theaterkritiken vor und sollen anhand eines auf stumm geschalteten TV-Beitrags erkennen, welchen Beruf der Interviewpartner ausübt. Mimik, Gestik und Hintergrund lassen mich auf Ex-Häftling oder Gefängnisarzt tippen. Andere schlagen „Koch“ oder „Banker“ vor.

Eine Woche Journalistenschule: Recherche im Kino
Harriet (r.) lernt mich in meiner natürlichen Umgebung, dem Kino, kennen (Bild: Harriet Krüger)

Unser Dozent:

Löst grinsend auf, dass es sich um Rechtsanwalt und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach handelt. Danach erklärt er uns, wie wir ein Porträt schreiben, das möglichst viel über das Innenleben unseres Protagonisten aussagt.

Mein Highlight:

Am Abend treffe ich mich mit Harriet, die ihr Porträt über mich schreibt. Da ich Volontärin bei der TV Spielfilm bin und Filme liebe, gehen wir natürlich ins Kino und gucken uns „Der Grinch“ an. Echt süßer Film! Anschließend löchert Harriet mich mit Fragen zu meiner Kindheit, meinem Lebenslauf und meiner Persönlichkeit. Vier Stunden, fünf Seiten Notizen und zwei Eimer Popcorn (Ich habe eine Flatrate! :D) später, gehen wir ins Wochenende.

Katrin Mertens
Ich bin Katrin, 24 Jahre alt und meine Leidenschaft sind Filme und Serien. Nenne mir einen “Tatort”-Titel der letzten paar Jahre und ich kann dir meistens sagen, welches Team tätig war und worum es ging. Was macht man mit so einem Talent? Man wird Volontärin bei der “TV Spielfilm”. Yay! :)

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