Yellow Press – Survival Guide

Yellow Press ist wirklich eine Sache für sich. Und das nicht nur wegen der stressigen Arbeit die eine Wochenzeitschrift so mit sich bringt. Während andere Magazine getrost einige Wochen vorarbeiten können, da ihre Themen immer mehr oder weniger aktuell sind, geht das bei einem “Klatsch & Tratsch”-Magazin (leider) nicht. Wenn sich  Helene Fischer kurzfristig von ihrem Flori trennt, oder sich unter Kates engem Kostüm ein Bäuchlein zeigt, wird schon mal kurz vor Schluss das ganze Heft umgeschmissen. Das ist zwar stressig, aber eben auch sehr aufregend und ganz schön spannend. Nach meiner ersten Zeit bei der FREIZEIT REVUE (und FREIZEIT SPASS und FREIZEIT EXKLUSIV) konnte ich schon viele verschiedene Einsichten in den Bereich Yellow Press gewinnen.

Augen und Ohren offen halten

Ich war zwar schon immer jemand, der sich für Promis interessiert hat, bin aber den Informationen auch nicht wirklich hinter hergelaufen. Seit ich aber dreimal die Woche in einer Redaktionskonferenz sitze, sauge ich regelrecht alle Informationen auf. Und das empfehle ich wirklich jedem. Ganz egal, ob man nebenher was beim Fernsehen sieht oder die Oma einem etwas über ihren liebsten Schlagerstar erzählt: Notier dir alles!

Viel lesen hilft

Die Sprache in der Yellow Press, gerade bei FREIZEIT REVUE ist sehr speziell. Um sich diese anzueignen solltest Du am besten ganz viel lesen (auch die böse Konkurrenz). Es gilt ganz klar: Mehr ist eindeutig mehr! Also, zeige beim Schreiben Gefühle, Gefühle, Gefühle.

Keine Angst vor Interviews

Für viele ist der Part mit den Interviews-Führen sicherlich der coolste Teil am Yellow-Journalismus. Ich hatte am Anfang noch sehr großen Respekt davor. Wollte nichts falsch machen, hatte Angst keine spannenden Fragen zu stellen, Panik vor der Reaktion des Gesprächspartners und und und. Das hat mich einige schlaflose Nächte gekostet. Doch, wie mein Kollege Max so weise gesagt hat: “Nach dem zweiten Interview ist dir das alles ganz egal.” Und er hat recht. Mach dir immer bewusst, dass die meisten Promis ja wollen, dass über sie geschrieben wird. Mir hat es oft geholfen, zwar unangenehme Aspekte anzusprechen, sie aber mit viel Schmeichlerei und Nettigkeit zu umwickeln. So kann man ganz viele Aspekte abdecken, ohne dass der Promi direkt denkt, dass es nur um die negativen Dinge in seinem Leben geht. Was für eine Geschichte aus deinem Interview gemacht wird, ist in der Regel ohnehin offen, bis das Interview von der Freigabe zurückkommt.
Ist der Interviewpartner dann doch mal unhöflich oder nicht gewillt mit dir zu sprechen, einfach ganz freundlich für das nette Gespräch danken und sich seinen Teil denken 😉

Neue Ideen sind immer willkommen

Gerade meine FREIZEIT REVUE-Volo-Kollegin Isabelle und ich, musste uns am Anfang erst einmal in die Persönlichkeiten der Zeitschrift einlesen und haben vieeeel Zeit damit verbracht zu googeln. Natürlich ist es wichtig, die beliebtesten Personen der Leser zu kennen. Dennoch sind neue Gesichter und Vorschläge sehr willkommen. Bonus: Meistens hat zu den eigenen Vorschlägen noch niemand einen Kontakt und es ist sehr wahrscheinlich, dass Du selbst dem Promi “nachjagen” darfst.

Beobachten und lernen

Natürlich kann vorher niemand sagen, wie der Redaktionsalltag für dich wird, oder wie dein erstes Interview läuft (Mein erster Interviewpartner wollte einfach nicht mit mir sprechen und hat nach einem kurzen Vortrag über die schlimme Yellow Press aufgelegt). Aber es hilft immer, Redakteure die schon länger im Geschäft sind zu beobachten. Wenn jemand in eurer Hörweite ein Interview am Telefon führt, ruhig mal die Ohren spitzen: Wie stellt die Person die Fragen, welche Fragen werden gestellt usw. usw. Dabei ist mir zum Beispiel direkt aufgefallen: Es ist viel angenehmer ein wirkliches Gespräch zu führen. Also kannst Du ruhig auch mal etwas persönliches von dir erzählen, das zum Thema passt (Meine Oma hat auch gerade eine neue Hüfte bekommen, meine Patentochter lernt auch gerade Laufen, mein Hund hat auch schon mal den Nachbarn gebissen ;D). Das ist nicht nur für dich eine einfachere Situation (Gespräch klingt schon viel entspannter als Interview), sondern auch für den, der befragt wird, weil man so auf ganz andere Aspekte kommt und die Fragen nicht nur so abgehackt beantwortet werden. Extratipp: Ja-Nein-Fragen unbedingt vermeiden!

 

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