Show vs. Ratgeber

Wer kommt zu Meghan und Harrys Hochzeit? Ist Daniela Katzenberger schwer krank oder einfach nur schwanger? Und wie wohnt eigentlich Tony Marshall? Alles Fragen, mit denen ich mich in den ersten Wochen bei der Freizeit Revue und Freizeit Spass beschäftigen durfte. Drei mal in der Woche stehen in der Show-Redaktion Konferenzen an. Montags, mittwochs und freitags wird gemeinsam besprochen, was es Neues und Interessantes aus der Promiwelt gibt. Aber auch an den anderen Tagen muss man stets top informiert sein – schließlich sind wir ein aktuelles Heft. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Thema ganz gestrichen wird, weil etwas anderes ins Heft kommt.

Sprachlich gilt in der Show: Je mehr “Puderzucker”, desto besser! Emotionalität, Einfühlsamkeit und die Nähe zum Leser sind besonders wichtig. Ausrufe wie “Hurra!”, “Hach!” oder “Wie traurig!” wären in jeder Tageszeitung ein absolutes No-Go. Bei der Yellow-Press hingegen gehört es zum Alltag.
Was ich außerdem noch lerne: Beziehungen sind alles! Hier scheint es nichts Ungewöhnliches zu sein, Dieter Bohlens Schwiegermama auf der Kurzwahltaste gespeichert zu haben. Und wer mit manchen Pressesprechern gut auskommt, hat auch schnell die nächste Top-Story zur Hand.

Szenenwechsel: Ab zum Ratgeber!

Montag Morgen trage ich meine Unterlagen und Zeitschriften ein Stockwerk tiefer und beziehe meinen neuen Arbeitsplatz– denn ab heute bin ich für zwei Wochen im Ratgeber. Meine erste Aufgabe: Den Tierreport schreiben. Der Shiba Inu Maru ist in Japan eine kleine Berühmtheit. Und wie ich bei meinen Recherchen außerdem herausfinde, ein wahrer Instagram-Star. Doch nicht nur knuddelige und dramatische Tiergeschichten gehören zu meinem Aufgabengebiet. Egal ob Discounterreisen, Parkverbote oder Regelungen bei der Paketannahme – beim Ratgeber darf man thementechnisch so ziemlich überall rein schnuppern.

Hier geht es auch weitaus weniger hektisch zu, als in der Show, da viele der Themen schon einige Wochen vorher geplant werden können. Auch gemeinsame Konferenzen gibt es keine.

Sprachlich wird beim Ratgeber vor allem auf Verständlichkeit geachtet. “Der Leser soll an die Hand genommen werden,” erklärt mir eine Kollegin. Es ist wichtig, dass der Leser den Text auch ganz ohne Vorwissen versteht. Aber auch hier darf natürlich ein klein wenig Puderzucker nicht fehlen.

 

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