5 Vorurteile über TV und TV-Zeitschriften

Jeder kennt sie und kaum einer kennt die Unterschiede: Programmzeitschriften. Am Kiosk blinzeln sie dir meist mit einem aufreizenden Cover zu, bei Papa sind sie längst zum Accessoire im heimischen Wohnzimmer geworden. Doch gibt es überhaupt Unterschiede bei TV-Magazinen? Und schaut noch irgendwer etwas im deutschen Fernsehen an?

TV-Spielfilm-Volontärin Nadja hat sich näher mit den Vorurteilen über TV und TV-Illustrierten beschäftigt:

1. “Ich kenne Niemanden, der heutzutage noch Fernsehen sieht”

Das sagt mindestens jeder Zweite, der unter 50 ist. Aber eine Erhebung von Statista und der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung zeigt, dass sich der durchschnittliche Fernsehkonsum in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. 1997 waren es noch rund zweieinhalb Stunden pro Tag, 2017 fast vier Stunden!

Erhebung zum durchschnittlichen TV-Konsum
Erhebung zum durchschnittlichen TV-Konsum. Screenshot: statista.com

Das Einzige, was sich geändert haben mag ist, dass immer mehr Menschen TV-Inhalte aus dem Netz beziehen und nun auch Streaming-Dienste nutzen. Wobei hier eine Studie von nextMedia.Hamburg herausfand, dass immer noch der alte Fernsehkasten dominiert:

Screenshot: next.meedia.Hamburg

2. “Wer kauft denn noch TV-Zeitschriften?”

Das mag man sich denken, wenn man am Kiosk selbst nur Elle, ma vie oder mal Lust auf Genuss kauft und die etlichen Reihen von Programmzeitschriften sieht. Aber schaut man sich die aktuellen Verkaufszahlen der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) an, lässt sich schnell feststellen, dass fast nur TV-Zeitschriften die Top 10 auf dem Markt bilden:

Top 10 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften (Abo+EV). Screenshot: meedia.de
Top 10 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften (Abo+EV). Screenshot: meedia.de

3. “Es gibt keine Unterschiede bei den einzelnen Programmzeitschriften”

Auf den ersten Blick mag auch das stimmen, wenn einem nur aufreizende Blondinen oder sexy Brünetten von den Covern anlächeln. Doch nimmt man sich einige der Zeitschriften in die Hand, bemerkt man Unterschied:

  • TV Spielfilm hat seinen Schwerpunkt auf Spielfilme, wie der Titel schon verrät, und bietet auch längere Reportagen und Interviews mit Darstellern und Filmemachern an – sowie Online einen Serien-Podcast!
  • TV Schlau hat hingegen noch Rätsel und Sudoku im Petto; erscheint auch nur alle vier (statt wie andere alle zwei) Wochen. Eine Internetseite gibt es nicht.
  • TV Spielfilm XXL ist wie die TV Spielfilm, hat aber überwiegend Programm-Tipps für Pay-TV, also Sky und so.

4. “Im deutschen Fernsehen läuft nur Schrott”

Zugegeben, wenn man an “Dschungel-Camp” und “GNTM” denkt, ja. Aber gerade TV-Sender, wie ZDF oder ARTE haben mittlerweile an Programmvielfalt zugelegt. Ein Blick in die TV Spielfilm-App zeigt, auf ARTE läuft Taryn Brumfitts “Embrace”:

Das WDR zeigt hingegen eine Dokumentation über das Schlafen mit der ehemaligen Burda-Volontärin Katharina Kunzmann.

5. “Fernsehen macht dick”

Wenn man sich nur mit Chips vor den Kasten setzt und nie wieder aufsteht, ja. Das ist aber kein Grund, um auf gute Serien oder TV-Produktionen zu verzichten. Und jeder der YouTube kennt, weiß, dass es mittlerweile auch Sportübungen zum Nachmachen gibt – mehr Ideen dazu hat sicher Fit For Fun

Wer dennoch meckert und denkt, dass Netflixen etwas anderes sei, dem sei das neue Serienmagazin von Cinema und TV Spielfilm ans Herz gelegt. Dort haben mehrere Redakteure die Streaming-Dienste durchforschtet und die neusten Serien auf Inhalt und Unterhaltungswert geprüft. Somit kann man sich seine ein, zwei Stündchen am Tag rausnehmen. Oder besser gesagt: vier, wie wir nun wissen…

Das neue Serienmagazin
Das neue Serienmagazin

Schreibe einen Kommentar