Prinzip Zweitredaktion: Warum die BJS Volos Bäumchen-Wechsel-Dich spielen

Prinzip Zweitredaktion

Szenenwechsel: die Volontäre des Jahrgangs 2015/17 verbringen die nächsten zwei Monate in ihren Zweitredaktionen. Was es damit auf sich hat erfahrt ihr hier…

Seit Montag heißt es für mich runter vom Sofa und raus ins Blumenbeet: Für die nächsten zwei Monate tausche ich meinen Redaktionsalltag bei TV Spielfilm in Hamburg gegen die blumige Vielfalt von Wohnen & Garten in Offenburg, denn dort absolviere ich meine Zweitredaktion (auch Gastredaktion genannt). Die Gastredaktionen sind für die Burda-Volontäre eine tolle Gelegenheit, um sich zusätzliche Skills anzueignen, die die Stammredaktion eventuell nicht vermitteln kann. Weil dieses System nicht jedem geläufig ist, gibt es hier die wichtigsten Fakten im Überblick:

Wer geht wohin und warum?

Die Zuteilung der Zweitredaktionen erfolgt durch die BJS. Bei der Entscheidung spielen allerlei Faktoren eine Rolle, sodass nicht immer gleich offensichtlich ist, wieso ein Volontär bei gerade diesem Medium gastiert. Grundsätzlich gelten jedoch folgende Richtlinien:

  1. Print zu Online
    Wer bei einem Print-Medium ausgebildet wird, soll eine seiner beiden Gastredaktionen (richtig, es gibt auch noch eine Drittredaktion) in den Bereich des digitalen Journalismus legen und vice versa. Schließlich wird an der Burda Journalistenschule das Handwerk für beide Verbreitungswege vermittelt. So beweist Sophie von DONNA ihre digitale Kompetenz neuerdings bei bunte.de, während Meike von Elle.de die Kollegen von LISA unterstützt.
  2. Monatstitel zu Wochentitel
    Wer den Rhythmus eines monatlich erscheinenden Magazins gewohnt ist, wird mitunter um Luft ringen: acht Wochen Gastredaktion bedeuten auf einmal acht Textschlüsse. Wer hingegen von einer wöchentlich, oder 14-tägig erscheinenden Publikation zu einem Monatstitel wechselt, wie ich, wird sich über mehr Zeit bei der Recherche und spätere Deadlines freuen.
  3. Themenwechsel
    Ein guter Journalist muss sich schnell in neue Themen einarbeiten können. Darum wechseln viele Burda-Volontäre in der Zweitredaktion den ihr Themengebiet. Für Lissi vom Food-Titel Lust auf Genuß bedeutet das Royals statt Rumpsteak: sie verbringt die nächsten zwei Monate beim People-Magazin Neue Woche. Und Maren von Das Kochrezept tauscht Schürze und Schneebesen gegen Highheels und Haute Couture bei ELLE.

Bäumchen-Wechsel-Dich

Damit die Stammredaktionen nicht auf eine Arbeitskraft verzichten müssen, spielen die Volontäre untereinander Bäumchen-Wechsel-Dich, sodass jeder Redakteur in spe einen seiner Jahrgangskollegen in dessen Abwesenheit vertritt. Allerdings tauschen nicht immer zwei Volontäre miteinander die Plätze, sondern es greift das Ringtauschprinzip (siehe Skizze).

Für einige angehende Journalisten bedeutet das nicht nur einen Redaktionswechsel, sondern auch einen Standortwechsel, da Hubert Burda Media sowohl in Offenburg und München, als auch Hamburg und Berlin vertreten ist. Mehr noch: zwei Volontärinnen aus dem Jahrgang 2015/17 dürfen sich über eine Zweitredaktion im Korrespondenzbüro in New York freuen (sie sind deshalb nicht Teil des Ringtausches). Für alle die ihre Koffer packen mussten, besteht die Herausforderung also zusätzlich darin sich in einem neuen sozialen Umfeld zurechtzufinden. Gleichzeitig haben sie jedoch die Chance eine neue Stadt zu erleben und zu erkunden, wie Anna von Freizeit Revue, die zurzeit die Hauptstadt unsicher macht.

Egal nach welchen Kriterien die Zuteilung der Zweitredaktion im Einzelfall erfolgt, fest steht, dass die Zweitredaktion eine wertvolle Erfahrung auf dem Weg zum Redakteur ist. Auch dann, wenn man dem neuen Kapitel etwas misstrauisch gegenüber steht. Man wächst an der Herausforderung und wer weiß wofür die neuen Skills am Ende gut sind. And remember: “Great things never came from comfort zones”.

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