Made It: Mein Weg zum Volontariat bei ELLE

Drei Jahre quäle ich mich durch ein  Studium der Geisteswissenschaften. Und frage mich: Wollte ich nicht  Modejournalist werden? Jetzt bin ich genau da, wo ich hinwollte. An der Burda-Journalistenschule. Als Volontär bei einem der weltweit erfolgreichsten Modemagazine: ELLE. Und hier schreibe ich, wie es dazu kam.

 

„Mama, Papa: ich will Modejournalismus studieren!“ Mit 16 Jahren verkünde ich meinen Eltern meinen Zukunftsplan. Eine eigentlich logische Schlussfolgerung, wenn man meine Kindheit und Jugend verfolgt. In Freundebücher schreibe ich in die Spalte „Traumjob“ mit ein paar Rechtschreibfehlern Modedesigner. Als Teenager investiere ich mein mickriges Taschengeld in Modemagazine. Ich interessiere mich nicht nur für offensichtliche Modetrends, sondern für die Metaebene, die dahinter steckt. Warum polarisiert und begeistert Mode? Welcher Designer entwirft gerade für welches Label? Inwiefern beeinflusst Mode die Gesellschaft? Meine Eltern sind nur semi begeistert von meiner Idee, als sie die Kosten für das Privatstudium sehen. Also entscheide ich mich für ein Studium der Geisteswissenschaften an einer staatlichen Uni. Immer mit dem Hintergedanken, dass ich eigentlich Journalist bei einem Modemagazin werden will.

Praktika: Von GLAMOUR bis ELLE

Auf meiner Suche nach Tipps für angehende Journalisten stoße ich immer auf einen einstimmigen Tenor: Praktika sind das A und O, um in der Branche Fuß zu fassen. Also beginne ich, mich wie wild auf sämtliche Stellen zu bewerben. Was sich mir aus meiner Recherche nicht erschließt: Das erste Praktikum ohne jegliche Vorerfahrung zu bekommen, gleicht einer Odysee. Aber nach unzähligen Bewerbungen (sicherlich um die 40 Stück) klappt es tatsächlich. Wie? Ich schreibe, warum ich ausgerechnet in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren will. Ich werde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Kurz darauf starte ich ein sechswöchiges Praktikum in der Online-Redaktion von gogolpublishing mit dem Schwerpunkt SEO. Eine wichtige Station, dank der ich heute crossmedial aufgestellt bin. Ich schnuppere erste Journalisten-Luft und bin Feuer und Flamme. Also schleicht sich eine Routine in mein Leben ein. Unter dem Semester drücke ich fleißig die Unibank, lerne für die Klausuren (schließlich will ich das Studium einfach nur hinter mich bringen) und schicke Praktikabewerbungen raus, um in den Semesterferien Berufserfahrung zu sammeln. In der Text-Redaktion von GLAMOUR lerne ich das journalistische Schreiben und kreative Themenfindung, in der Modeblogger-Agentur COVER PR bekomme ich Einblicke in die Bereiche Vermarktung und Monetarisierung. Und letzten Endes schaffe ich es in die Redaktion der ELLE und ELLE Decoration. Mir ist klar: Dieses Magazin ist mein Ziel. Da will ich hin.

Balanceakt: Zwischen Job & Bachelorarbeit

Ich informiere mich schon länger über Optionen nach dem Studium und bin fest davon überzeugt, ein Volontariat an der Burda-Journalistenschule (BJS) mit ELLE als Stammredaktion machen zu wollen. Also strenge ich mich während dem Praktikum an. Und das zahlt sich auch aus. Die Redaktion meldet mich für den Aufnahmetest der BJS im darauffolgenden Frühling an. Und im Anschluss an das Praktikum bekomme ich sogar das Angebot, als Assistent bei ELLE einzusteigen. Einziger Hacken: Während ich die Vollzeitstelle beginne, wartet die  Bachelorarbeit sehnsüchtig darauf, endlich geschrieben zu werden. Also arbeite ich unter der Woche in der Redaktion und verbringe meine Wochenenden am Schreibtisch oder in Bibliotheken, um 45 Seiten über Barbie und ihren Einfluss auf junge Mädchen zu füllen. Spoiler: nach vielen Tränen und Gedanken des Aufgebens bestehe ich die Arbeit und hake das Kapitel Studium endlich ab.

Die letzte Hürde: Der Aufnahmetest der BJS

Kurz danach folgt der Aufnahmetest für die Burda-Journalistenschule. Die letzte Hürde, die ich überspringen muss, um an mein Ziel zu kommen. (Spoiler #2: Mit ein wenig Vorbereitung ist es gar nicht so schlimm, wie man vielleicht denken mag!) Einige Wochen später ruft mich dann meine Textchefin in ihr Büro und erzählt mir, dass ich den Test erfolgreich bestanden habe und ab Oktober mein Volontariat beginnen darf. Es hat geklappt! Made it!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Heute, mit ein wenig Abstand von meinem Studium, weiß ich, dass die drei Jahre in den staubigen Hörsälen doch für etwas gut waren. Eigenitiative, Ehrgeiz und Engagement hat mir die Zeit in der Uni beigebracht. Sicherlich hat es auch immer etwas damit zu tun, ob man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Letzten Endes kommt es aber darauf an, ob man seinen Traum immer genau vor Augen hat. Dann führen auch die unterschiedlichsten Wege zum Ziel. Und egal wie viele Hindernisse sich einem in den Weg stellen: Sie haben alle ihre Berechtigung. Bringen einem wichtige Lektionen bei. Scheitern gehört zum Erwachsenwerden manchmal dazu.

Heute sitze ich da. Am großen Tisch der Burda-Journalistenschule. Und vor mir das Schild mit meinem Namen, unter dem in Druckbuchstaben meine Stammredaktion ELLE steht.

 

Philipp Köpp
Ich bin Philipp, 23 Jahre alt und Volontär bei ELLE.

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