Kritik? Beobachtung? Nur mit Gerhard Jörder!

Beobachten – Beschreiben – Beurteilen! Das war in dieser Woche das Motto von Klasse A an der BJS. Unser Dozent war Theaterkritiker Gerhard Jörder (s. Bild). Auf dem Programm standen: Fernsehkritik, Theaterkritik und Portrait. Das Highlight der Woche war der anstehende Theaterbesuch im Freiburger Stadttheater. Bevor wir selbst Kritiken schreiben durften, übten wir uns im Beobachten. Dafür ist vor allem Einfühlungsvermögen wichtig. Bei der Kritik sollten wir unbedingt auf uns selbst vertrauen. Der eigene Verstand und das Gefühl sind der beste Ratgeber. Dass Theaterstücke nicht nach einmaligem Sehen auserzählt sind, zeigte uns auch ein kleines Schauspielexperiment im Seminar.

Große Gefühle und Kritik

Oscarverdächtiger Auftritt von Carole und Max an der BJS

Ich liebe dich – ich liebe dich nicht mehr: Carole Friedrich (Bunte) und Maximilian Schroth (Super Illu) führten das wohl kürzeste Theaterstück der Welt auf. Alles im Dienste der Kritik. Max musste Carole auf drei unterschiedliche Arten seine Liebe gestehen – und Carole gab ihm in drei verschiedenen Varianten den Laufpass. Die beiden waren voll in ihrem Element und zeigten uns mit ihrer Darbietung, wie viel in eine Kritik mit einfließt: Mimik, Gestik, Tonlage und Körperhaltung.

Die Beobachtung-Skills konnten wir gleich am Abend bei einem Besuch im Freiburger Theater umsetzen. Gezeigt wurde der “Theatermacher” von Thomas Bernhard. Ein Stück voller emotionaler Eindrücke, aus denen wir am nächsten Morgen unsere Kritiken anfertigten.

Nachdem wir Schauspieler auf der Bühne beobachten dürften, ging es an die nächste Aufgabe: Uns selbst beobachten. Jeder bekam einen Partner zugeteilt, den er porträtiert. Am besten in einer für ihn typischen Umgebung. Also ging es ins Restaurant oder zum Shoppen – alles im Sinne der Arbeit natürlich! Die letzten fünf Tage waren voller Beschreibungskunst und Produktivität. Wir Volos fanden alle Gefallen am Kritikerdasein. Louisa Markus (Elle.de) schwärmt: “Die Woche mit Gerhard Jörder war toll und total inspirierend. Man hat jetzt richtig Lust, jede Woche ins Theater zu gehen und Kritiken zu schreiben.”

 

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