Erste Woche in der Stammredaktion – ein Tagebuch

In der vorletzten Woche hieß es für uns: Koffer packen, sich voneinander verabschieden – und umziehen. Der viermonatige Schulblock in Offenburg ist endgültig vorbei. Ab geht’s in die Stammredaktion, ab geht’s nach München, Berlin oder Hamburg. Vier von uns sind dem stressigen Umzug entkommen, da ihre Redaktionen in Offenburg sitzen. Doch für alle 19 Volontäre gilt es jetzt, sich in den Stammredaktionen zu beweisen. Wie haben meine Kollegen und ich die erste Woche erlebt? Ein Tagebuch.

01. Februar 2017: Der Start in der Stammredaktion

Ein einzigartiger Gefühlscocktail aus Stress und Vorfreude begleitet mich am ersten Tag. Natürlich ist man aufgeregt. Wer etwas anderes behauptet, der lügt. Aber die Aufregung ebbt ehrlicherweise schnell ab, sobald sich die Aufzugstüren zu meiner Stammredaktion BUNTE öffnen, meine Volo-Beauftragte mich herzlich empfängt und ich kurze Zeit später in einem Zweierbüro hocke. Jackpot! Davon abgesehen, dass mir das Konzept eines Großraumbüros sowieso recht suspekt ist, sitzt neben mir – zum Glück – eine junge Redakteurin. Sie ist wie ich im Ressort “Unterhaltung”, ehemalige Volontärin an der Burda Journalistenschule und weiß, wie der Hase hier läuft. So eine Sitznachbarin ist super hilfreich und spornt einen an. Gemütlich plaudern und sich erst einmal akklimatisieren? Von wegen! Dafür bleibt keine Zeit, weil es direkt in die erste Konferenz geht. Direkt werde ich ins kalte Wasser geworfen und das ist auch gut so. Zwischen dem neuesten Promi-Klatsch werden Aufgaben verteilt, das Heft geplant und sich ein gegenseitiges “Hallo-du-bist-wieder-da”-Lächeln zugeschickt. Welcome back!

Und wie läuft der erste Tag bei den anderen Volo-Kollegen? Kurzer Check in unsere Whatsapp-Gruppe und nach einem Scrollen entdecke ich ein Bild von Nadja Dilger (TV Spielfilm). Wer den Preis für die beste Büro-Aussicht gewinnt (siehe oben), sollte spätestens jetzt geklärt sein. Tja … mit einem Blick auf die Alster können nicht mal wir Volos im Herzen Bayerns mithalten. Doch für Nadja war der erste Tag in der Stammredaktion sowieso einen Ticken einzigartiger als für die anderen: “Die erste Woche war sehr aufregend, da ich im Vergleich zu meinen Mitschülern noch kein Praktikum in der Redaktion hatte – und auch noch nicht in Hamburg gelebt habe. Am ersten Tag wurde ich aber schon so herzlich empfangen, dass die Aufregung schnell wich und in Freude umschwang. Alle waren mega nett, ich habe direkt Aufgaben bekommen und meine Ideen wurden auch gleich angenommen. Was für ein Start.”

06. Februar 2017: Die erste Themenkonferenz

Nein, es gibt keine lange Schonfrist für Volontäre in der Stammredaktion. Und ja, jeder sollte bestenfalls zwei bis drei Themen für das neue Heft vorschlagen. Auch ich. Drei Tage lang habe ich wie wild recherchiert und sogar einen Teil meines Wochenendes dafür aufgeopfert, weil ich in der ersten Themenkonferenz auf gar keinen Fall untergehen wollte. Aber keiner erwartet, dass ich exklusive Geschichten liefere. Und niemand fordert, dass ich eine Enthüllungsstory von Promi XY irgendwo rausfische. Aber trotzdem merke ich, wie ich mich selbst unter Druck setze. Natürlich will ich abliefern, obwohl es unnötig ist, sich so den Kopf zu zerbrechen. Schließlich hat jeder mal klein angefangen.

Nach zwei Stunden ist der Hokuspokus auch wieder vorbei und – oh Wunder – ich habe die Konfi natürlich überlebt. Ziemlich gut sogar. Meine beiden Themen wurden vom Chefredakteur angenommen und wer weiß, vielleicht werden sie auch bald gedruckt. Meine Volo-Kolleginnen, die in Online-Redaktionen arbeiten, werden jetzt wahrscheinlich lachen, wenn sie das hier lesen. Sie müssen jeden (!!) Tag mehrere Themen vorschlagen, mindestens drei Artikel schreiben und sie anschließend direkt veröffentlichen. So verlief auch die erste Woche bei Louisa Markus (elle.de), Julia Hanigk (InStyle) und Beatrix Stengl (bunte.de). Wer Lust hat, kann auf die Namen klicken und wird gleich zu ihren publizierten Online-Artikeln weitergeleitet. Viel Spaß beim Lesen!

08. Februar 2017: Geschafft!

Sieben Tage sind vergangen – und mittlerweile ist es wieder Donnerstag. In meiner Stammredaktion verbindet man diesen Tag auch mit folgendem Spruch: “Donnerstag ist BUNTE-Tag”. Und so halte ich heute das neue Heft in meinen Händen. Auf einer Seite ist sogar ein kleiner Artikel von mir zu finden und ich muss gestehen, es ist ein tolles Gefühl, seine Initialen am Textende zu lesen. Rückblickend war die erste Woche in der Stammredaktion eine Mischung aus Kurzzeitstress und einer riesigen Portion Glück. Und wenn ich meine Volo-Kollegen so in der Kantine sehe, scheinen sie auch alle ziemlich zufrieden zu sein. Hoffen wir mal, es bleibt so!

 

 

 

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